Tollwut - Merkblatt für Reisende

Übersicht

Allgemeines:

  • Die Tollwuterkrankung (englisch Rabies) verläuft immer tödlich.
  • Die Tollwut kann durch Vermeidung von Tierkontakten und durch Impfung verhindert werden.
  • Kinder sind aufgrund ihrer geringen Körpergröße am stärksten gefährdet.
  • In Europa sind meist Wildtiere, selten Haus- und Weidetiere Träger des Virus, während der Reisende in vielen Ländern Asiens, Afrikas und         Lateinamerikas Haus- und Wildtiere, vor allem aber streunende Hunde gefärdet ist.
  • Fledermäuse sind in Australien, auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa zunehmend als Überträger der Fledermaustollwut bekannt.

Vor der Reise:

  • Reisekrankenversicherung abschließen. Eine ärztliche Behandlung nach Tierbiss sowie die notwendigen Impfungen sind immer und überall teuer! Bei unzureichender Versorgung vor Ort ist eine Rückführung nach Deutschland oder in ein Land mit guter medizinischer Versorgung zwingend notwendig!
  • Desinfektionsmittel in die Reiseapotheke!
  • Tollwutimpfung bei Risiko oder langen Auslandsaufenthalten! Die vorbeugende Impfung macht Serumgabe (passive Impfung mit Blutprodukten) im Ausland überflüssig!
  • Tollwutvorbeugung im Reiseland:

  • Keine unbekannten Haustiere anfassen und Kontakt mit Wildtieren vermeiden.
  • Jeder Biss in einem Land mit Tollwutvorkommen muss sofort behandelt werden!
  • Nach jedem Tierbiss und auch nach jedem Kratzer muss die Wunde sofort mit viel Seife sorgfältig gereinigt und mit Wasser gespült werden. Anschließend ein alkoholisches Desinfektionsmittel auftragen.
  • Danach umgehend den nächsten Arzt aufsuchen, um die Wundversorgung und die nötigen Impfungen zu veranlassen. Fragen Sie Reiseleiter, Hotelpersonal oder Einheimische nach der nächsten ärztlichen Versorgung. Evtl. können deutschsprachige Botschaften weiterhelfen.
  • Unabhängig von vorherigen Impfungen muss ein Arzt mit Ihnen über das weitere Vorgehen entscheiden: sorgfältige Wundreinigung, Impfung bzw. Nachimpfung.
  • Ungeimpfte Personen (oder unsicherer Impfschutz!): nach Biss/Verletzung wird normalerweise passiv und fünfmalaktiv geimpft (Tage 0, 3, 7, 14, 28). Der passive Impfstoff (Immunglobulin) wird aus menschlichem Blut oder in vielen Ländern auch aus Pferdeserum gewonnen. Je ärmer das Land und je schlechter die ärztliche Versorgung, desto größer werden die Probleme bei der Impfstoffbeschaffung sein.
  • Geimpfte Personen (mit vollständiger und  dokumentierter Grundimmunisierung in den letzten 2 Jahren):nach Verletzung wird normalerweise 2x an den Tagen 0 und 3 aktiv aufgefrischt.

* Fragen und verlangen Sie nach modernen Zellkultur-Impfstoffen (z.B. HDC- bzw. PCEC-Impfstoffen)! Lassen Sie sich die Packung mitgeben, damit bei der Weiterbehandlung zu Hause klar ist, was vor Ort gegeben wurde.