Malaria-Medikamente

Medikamenten-Profile bei der Malariaprophylaxe

 

Quelle: CRM-Handbuch Reisemedizin Mai 2008

 

Vorbemerkungen:

Die Malaria ist eine schwere Erkrankung, bei der weit verbreiteten M. tropica besteht akute Lebensgefahr, weltweit sterben jährlich 3 Millionen Menschen an den Folgen der Malaria. Nebenwirkungen treten meist nur o. verstärkt im therapeutischen Bereich auf (also bei deutlich höherer Dosierung im Vergleich zu Prophylaxe!), dabei lassen sie sich nicht immer eindeutig von den malariabedingten Symptomen trennen. Für die Prophylaxe sind die nachfolgend genannten Mittel bei korrekter Anwendung in der Regel gut verträglich.

Art u. Häufigkeit von Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung:

 

Bereich

Malarone
Resochin
Doxycylin
Lariam
         
 Allgemeinbeschwerden
1-10% 0.1-1%  - >10%
 Magen-Darm
1-10% 1-10% 1-10%
1-10%
 Leber-Bauchspeicheldrüse
X  S  -  -
Herz-Kreislauf -
0.1-1%  -  X
 Atemwege X  -  -  -
 Nieren-Blut- u. Lymphsystem  X  -  -  -
 Blut- u. Lymphsystem  X < 0.01% < 0.01%  X
Bewegungsapparat -  S -
 X
 Haut < 0.01% < 0.01% 0.1-1% X
 Schleimhaut  X 0.01-0.1% 0.01-0.1% -
 Sinnesorgane  - < 0.01% < 0.01%  X
 Nervensystem  - 0.1-1% < 0.01% 0.01-1%
 Psyche  - < 0.01% -
0.01-1%

X = Nebenwirkungen wurden beobachtet, sind aber so selten, dass verwertbare Angaben zur Häufigkeit fehlen

Fettdruck = z.T. wurden auch schwere Nebenwirkungen beobachtet

 

Präparate:

Malarone:

zur Prophylaxe der Malaria tropica u. Therapie der unkomplizierten Malaria tropica. Bei M. tertiana zwar wirksam aber nicht zugelassen. Wegen der Zulassungsmodalitäten ist die Anwendung auf eine Aufenthaltsdauer von 28 Tagen beschränkt. Neuere Studien zur Langzeitprophylaxe von bis zu 6 Monaten weisen eine gleichbleibend gute Wirksamkeit und Verträglichkeit aus.

Resochin:

Augenschäden wurden bei Langzeitanwendung in der Rheumatologie (höhere Dosen!), selten bei der Malariabehandlung beobachtet. Die von der WHO genannte Grenzdosis beträgt 100g u. bei regelm. Einnahme von 300mg pro Woche in ca. 6 Jahren erreicht. Jährliche augenärztliche Kontrollen werden bei Langzeiteinnahme empfohlen.

Doxycyclin:

st in der Bundesrepublik Deutschland für die Malaria formal nicht zugelassen, die gute Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt, ein sog. Off-label-use ist also möglich. Mögliche Nebenwirkungen sind Photosensibilisierung, Magen- u. Darm Beschwerden, vaginale Pilzerkrankungen sowie die sehr seltene Hirndruckentwicklung. Bei entsprechenden Symptomen ist das Mittel sofort abzusetzen.

Lariam:

Wechselwirkungen mit Herzmitteln, Antihistaminika, trizyklischen Antidepressiva u. Phenothiazinen können zu (u.U. schweren) Herzrhythmusstörungen führen. Die Wirksamkeit von Antiepileptika, oralen Antidiabetika sowie oralen Antikoagulantien kann verringert sein. HIV-Therapeutika, MCP, Ampicillin u. Tetrazykline können den Lariam-spiegel erhöhen u. ggf. Nebenwirkungen verstärken. Die Wirkung der oralen Cholera-Impfung (Dukoral) kann vermindert sein. Zur Testung der Verträglichkeit wird der Einnahmebeginn 2-3 Wo vor Abreise empfohlen. Schwere Nebenwirkungen (psychotische Reaktionen, Krampfanfälle) wurden bei der Prophylaxe bei 1:12.000, bei der Therapie bei 1:200 gesehen. Mit Abstand am häufigsten betroffen sind Pat. mit entsprechenden Erkrankungen in der Vorgeschichte o. Familienvorgeschichte. Derartige Vorerkrankungen sind als absolute Kontraindikation aufzufassen. Wegen der langen Halbwertszeit können Nebenwirkungen u.U. auch noch einige Wochen nach der letzten Dosis auftreten. Unter Mefloquineinnahme sollte nicht gestillt werden, eine Schwangerschaft muß für 3 Monate nach der letzten Einnahme verhütet werden. Wegen der möglichen psycho-vegetativen Nebenwirkungen kann die Fähigkeit zum Bedienen von Flugzeugen, Fahrzeugen und Maschinen sowie zur Durchführung gefährlicher u. konzentrationsintensiver Arbeiten (auch Gerätetauchen!) während der Lariam-Einnahme u. bis zu 3 Wochen danach eingeschränkt sein