Echinokokkose

Übersicht

Die Echinokokkose wird durch den Befall des Hundebandwurmes (Echinococcus granulosus) und des Fuchsbandwurmes (Echinococcus multilocularis) hervorgerufen. Man unterscheidet unterschiedliche Formen der Echinokokkose:
alveoläre Echinokokkose (Fuchsbandwurm)
Die alveoläre Echinokokkose wird durch den Fuchsbandwurm verursacht, der nur in der nördlichen Hemisphäre vorkommt. Insbesondere betroffen sind in Mitteleuropa, Süddeutschland (Schwäbische Alb), die Nordschweiz, Österreich, und Südostfrankreich. Derzeit breitet sich der Fuchsbandwurm in Europa immer mehr nach Norden hin aus, so dass infizierte Füchse auch bereits in den nördlich angrenzenden Ländern, wie z.B. Polen, berichtet wurden. Auch aus Südosteuropa, der Nordost-Türkei und vor allem aus Nordchina werden Krankheitsfälle gemeldet. Die Anzahl der Neuerkrankungen in den Verbreitungsgebieten Zentraleuropas liegt bei 0,1 und 1,4 per 100.000 Einwohner pro Jahr.
zystische Echinokokkose (Hundebandwurm)
Die zystische Echinokokkose wird durch den Hundebandwurm verursacht, der weltweit verbreitet ist. Besonders betroffen sind die Schafzuchtgebiete in Süd- und Südosteuropa, in Russland, im Nahen Osten, Zentral- und Südostasien, China, Nordafrika (Tunesien, Marokko, Algerien), Ostafrika (u.a. Kenia), Australien, Neuseeland, sowie Südamerika (Uruguay, Peru, Chile, Argentinien). Die Anzahl der Neuerkrankungen werden pro Jahr weltweit auf über 100.000 geschätzt. Die polyzystische Echinokokkose wird vor allem in den ländlichen Gebieten Lateinamerikas beobachtet. 

Adulter Echinococcus Echinococcus cysticus (granulosus), Scolices


Übertragung:
Der Hundebandwurmbefall wird durch das Verschlucken von Hundebandwurmeiern, die direkt vom Hund ausgeschieden werden, entweder durch den direkten Hundekontakt (durch abschlecken oder streicheln des Hundes), durch verunreinigte Nahrungsmittel oder auch durch Schmierinfektionen verursacht.
Der Fuchsbandwurm kann durch den Verzehr von ungekochten, wild wachsenden Waldbeeren (z.B. Walderdbeeren oder Heidelbeeren) oder Pilzen übertragen werden. Aber auch Gemüse und Fallobst kann bei der Übertragung eine erhebliche Rolle spielen, da es häufig mit Fuchslosung verunreinigt ist. Dadurch das es zu einer wachsenden Anzahl von infizierten Füchsen in Stadtnahen Umgebungen gekommen ist, hat sich das Infektionsrisiko auch auf Spiel-, Grill- oder sogar Golfplätze verlagert.
Die Eier müssen zur weiteren Entwicklung immer von einem Zwischenwirt aufgenommen werden. Geeignete Zwischenwirte sind vor allem Huftiere. Der Mensch ist ein Fehlwirt. Hier gelangt das  Ei durch die Darmwand in den Körper, meistens in die Leber, seltener in Lunge und Gehirn und entwickelt sich dort weiter. Zunächst entsteht eine Zyste, die wiederum Tochterzysten produziert.
Erkrankung:   
Diese Würmer verursachen eine Zystenbildung im Körper, die vor allem die Leber und Lunge, aber auch andere Organe - wie z.B. das Gehirn - betreffen kann. Bei E. multilocularis (Fuchsbandwurm) sind die Zysten klein und wachsen krebsartig ins meist Lebergewebe ein. Bei E. granulosus (Hundebandwurm)  können sich sehr große Zysten bilden. Die Krankheit bleibt sehr lange symptomlos, die ersten Beschwerden treten meist erst nach 5 - 15 Jahren auf. Die Zysten bewirken insbesondere durch die Größenzunahme häufig ein Druck- und Schmerzgefühl in der Körperregion des betroffenen Organes. Beim Einreißen der Zysten kann es zu schweren Funktionsstörungen des betroffenen Organes, sowie in der Folge zu starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zum allergischen Schock kommen  
Diagnostik:
großes Blutbild (auffällige Eosinophilie!) - Immundiagnostik und bildgebende Verfahren
Therapie:
Die Echinokokkose ist eine schwerwiegende Erkrankung und sollte daher nur von Fachleuten in spezialisierten Einrichtungen behandelt werden. Die Behandlung mit Benzimidazolen, aber auch chirurgische Verfahren kommen infrage. Die Heilungsrate bzw. Überlebenszeit richtet sich u.a. nach der Art und Lokalisation des Wurmbefalls, der damit verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sowie der Therapierbarkeit der Erkrankung.
Schutz:  
Sorgfältige Hygienemaßnahmen (Händewaschen nach Tierkontakt, regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen) und gründliche Nahrungsmittelhygiene (insbesondere bei Waldbeeren und Pilzen).